Trillian - Creature Teacher
Creature Teacher
Trillian
Erschienen am 28. October 2011
Infos
Albumdebüt des eigenwilligen Indie-Quartetts TRILLIAN aus Halle (Saale) auf LALA SCHALLPLATTEN. Nach zwei selbst produzierten Vorgängern präsentieren TRILLIAN mit "Creature Teacher" ihren ersten offiziellen Longplayer mit 12 Songs, die verspielten und tanzbaren Indierock britischer Prägung genau so gekonnt einfließen lassen wie epische und komplexe bis progressive Strukturen. Und das klappt so gut, dass die Songs nicht nur als Einheit auf dem ganzen Album tadellos funktionieren, es macht die Suche nach Genrebegriffen überflüssig, weil TRILLIAN einfach anders klingen, ohne das es gewollt wirkt. Mit Schlagzeug, Bass, 2 Gitarren, Synths und Gesang sowie der Unterstützung durch Gastmusiker, die gelegentlich den Klangkosmos mit Streichern, Horn oder einem Chor erweitern, schafft die junge Band ein sehr ambitioniertes und frisches Debüt, das einen fesselnden Sog entwickelt und zwischen filigranen Texturen, verträumter Weite, Tanzbarkeit und zupackenden Riffs hin und her tänzelt. Ein sehr starkes Debüt, das dem Gerücht, dass die interessantesten jungen Bands hierzulande momentan aus dem Osten stammen, weitere Nahrung verschafft. Das wunderschöne Coverartwork wurde von dem Hamburger Illustrator und Comiczeichner NORMAN VAN RENNINGS erstellt. 11 Songs, fast 50 Minuten Spielzeit. CD im 4c-Digipack. Indie-Tipp!
Trillian sind ein bisschen stolz! Das erste Mal haben sie das Gefühl, dass es sich bei „Creature Teacher“ um ein wirkliches Album – also eine konzeptuell in sich geschlossene Sammlung von Songs – handelt. Und man hat es geschafft, sich gleichzeitig auf frühere Stärken und auf im Laufe der Bandgeschichte erworbene Stärken zu besinnen. Klingt phrasig, meint aber vor allem: Trillian haben sich nach dem sperrigen „The Great Disencablement“ wieder eine recht intuitive Melodik zurückgewonnen. Songs wie „Kat’s Advice“, „Whereabouts“ oder „Maelstrom“ reißen einen mit ihrer Geradlinigkeit und ihrer Melodieverliebtheit förmlich mit. Es ist dies der eine Pol, der „Creature Teacher“ ausmacht: verspielte und jawohl tanzbare, aber eben nie platte Indierocknummern, die am ehesten vielleicht mit Bands wie Maximo Park vergleichbar sind. Den anderen Pol bildet der Hang zum Epischen, den Trillian ja bereits spätestens auf ihrem zweiten Album „I Mean Exactly What You Know“ entdeckten. Das sind jene Songs wie „Obélisque“ oder „The Lunatics“, die rhythmisch gern aus dem 4/4-Schema raustanzen und die von Gitarrensounds gern sehr weit hinausgetragen werden. Bands wie Oceansize oder Biffy Clyro haben diese Art der Musik in den letzten Jahren populär gemacht, manch einer würde diesen Songs wohl auch den Stempel Postrock aufdrücken. Aber Trillian ufern nie aus, im richtigen Moment besinnen sie sich auf das, woran es ankommt: den Song. Und dann packen sie eben auf den mutig abseits driftenden C-Teil doch wieder eine Melodie obendrauf, die schwelgt, die mitreißt, die euphorisiert. Trillian machen Musik, die anders ist, ohne aber auf Teufel komm raus anders sein zu wollen. Das Andersartige kommt aus der Musik selbst, aus der Entstehung der Musik, aus der Gegensätzlichkeit der Charaktere, die diese Musik machen. Diesen Entstehungsprozess, seinen manchmal fast schizophrenen Charakter, thematisiert die Band übrigens auch in dem Song „Obélisque“. Aber nicht nur dort, denn in gewisser Weise setzt sich das ganze Album in seiner Kreatürlichkeit mit seinem eigenen Entstehungsprozess auseinander.
Trillian sind ein bisschen stolz! Das erste Mal haben sie das Gefühl, dass es sich bei „Creature Teacher“ um ein wirkliches Album – also eine konzeptuell in sich geschlossene Sammlung von Songs – handelt. Und man hat es geschafft, sich gleichzeitig auf frühere Stärken und auf im Laufe der Bandgeschichte erworbene Stärken zu besinnen. Klingt phrasig, meint aber vor allem: Trillian haben sich nach dem sperrigen „The Great Disencablement“ wieder eine recht intuitive Melodik zurückgewonnen. Songs wie „Kat’s Advice“, „Whereabouts“ oder „Maelstrom“ reißen einen mit ihrer Geradlinigkeit und ihrer Melodieverliebtheit förmlich mit. Es ist dies der eine Pol, der „Creature Teacher“ ausmacht: verspielte und jawohl tanzbare, aber eben nie platte Indierocknummern, die am ehesten vielleicht mit Bands wie Maximo Park vergleichbar sind. Den anderen Pol bildet der Hang zum Epischen, den Trillian ja bereits spätestens auf ihrem zweiten Album „I Mean Exactly What You Know“ entdeckten. Das sind jene Songs wie „Obélisque“ oder „The Lunatics“, die rhythmisch gern aus dem 4/4-Schema raustanzen und die von Gitarrensounds gern sehr weit hinausgetragen werden. Bands wie Oceansize oder Biffy Clyro haben diese Art der Musik in den letzten Jahren populär gemacht, manch einer würde diesen Songs wohl auch den Stempel Postrock aufdrücken. Aber Trillian ufern nie aus, im richtigen Moment besinnen sie sich auf das, woran es ankommt: den Song. Und dann packen sie eben auf den mutig abseits driftenden C-Teil doch wieder eine Melodie obendrauf, die schwelgt, die mitreißt, die euphorisiert. Trillian machen Musik, die anders ist, ohne aber auf Teufel komm raus anders sein zu wollen. Das Andersartige kommt aus der Musik selbst, aus der Entstehung der Musik, aus der Gegensätzlichkeit der Charaktere, die diese Musik machen. Diesen Entstehungsprozess, seinen manchmal fast schizophrenen Charakter, thematisiert die Band übrigens auch in dem Song „Obélisque“. Aber nicht nur dort, denn in gewisser Weise setzt sich das ganze Album in seiner Kreatürlichkeit mit seinem eigenen Entstehungsprozess auseinander.
Rezensionen
"Dort Saaleck, hier die Rudelsburg / Und unten tief im Tale / Da rauschet zwischen Felsen durch / die alte liebe Saale" – klingt beschaulich, aber in und um Halle herum rauschen auch diese vier jungen Herren. Beschaulich gehen sie dabei eher nicht vor, zumindest nicht wenn man zur Worterklärung die idyllisch-andächtige Komponente herausheben möchte. Aber Trillian kommen ja auch aus Halle, immerhin die größte Stadt Sachsen-Anhalts, doch grundsätzlich hat man von dieser Region eine wohl eher provinzielle Vorstellung, die auf "Creature Teacher" aber rein gar nicht zum Tragen kommt. Stattdessen klingt der postrockinfizierte Indie-Rock-Mix der Band absolut zeitgemäß und manchmal geradezu weltmännisch im Sinne von "file under: Oceansize, Dredg sowie (zumindest in Ansätzen vielleicht noch) The Mars Volta und Muse" (der vom Label eingeworfene Name Maximo Park ist für mich indes nicht ganz so nachvollziehbar). Bei "Izquierda" schwirren bisweilen sogar Rush vorbei, und der klare melodische Gesang erinnert mich an manchen Stellen an Jellyfish, aber auch an Yes musste ich mehr als einmal denken (übrigens auch beim Bassspiel). Und um diesem ganzen Sammelsurium die Krone aufzusetzen, bringe ich als Gesamtbeschreibung noch mit ins Spiel, dass sich Trillian für mich im Prinzip wie eine modernere und alternativere Version von Enchant anhören, was ich durchaus als Lob verstanden wissen möchte.
Meist bleiben ihre Songs im radiofreundlichen Format, nur bei den letzten beiden Stücken verdoppeln sie die bisherige Durchschnittslänge jeweils fast, was sie sich m.E. hätten sparen können, denn die knackig-kurzen Arrangements stehen ihnen um einiges besser zu Gesicht. Oft genug kann man gar nicht glauben, dass die Songs nur so kurz sind – zweimal sogar unter drei Minuten! Andererseits ist das drittlängste Stück "Obélisque" für mich das beste des Albums, was auch an den elektronischen Spielereien liegen mag, die Trillian dort sehr geschickt eingearbeitet haben (und um einen weiteren Namen mit ins Spiel zu bringen: dieser Song würde auch auf Porcupine Trees Album "Lightbulb Tree" nicht negativ auffallen).
Man merkt es vielleicht – Trillian haben viel zu bieten und zudem noch Entwicklungspotenzial nach oben. Ihre Selbsteinschätzung, dass sie "Eccentric Pop" machen und ein "bisschen stolz" auf ihr neues Album sind, kann man durchaus nachvollziehen. Den Namen sollte man sich merken! Durchschnittswertung: 11/15
Babyblaue prog reviews
Als ich gerade "Creature Teacher" von Trillian gehört habe, war ich doch recht überrascht, dass diese Band noch nicht größer rausgekommen ist. Perfekt produziert/gemixt/ gemasterter Sound trifft auf perfektes musikalisches Können. Man bewegt sich dazu noch in außergewöhnlichen Taktarten, origineller Umsetzung und schreckt vor abwechslungsreichen Arrangements nicht zurück. Neben klassischen Indiepop-Songs ("Periscopes Trials"), tönt es auch mal recht sensibel durch die Boxen ("Brandon Paints The Sea"). Die Krone sind hier allerdings die zwei sperrigen Tracks am Schluss, die beide die 7-Minuten-Marke übersteigen. Kurzum: Trillian werden in den nächsten Jahren ein paar Szenegrößen supporten. Dann werden sie selbst nachmittgs auf ein paar etablierten Festivals spielen. Mit ein wenig Glück und genug Durchhaltevermögen könnte das mit dieser Band dann was richtig Gescheites werden! Gönnen würde man es ihnen - denn da stecken sehr gute Musiker dahinter. Kabl 10/2011
Der Mensch als die Krone der Schöpfung – als der „Creature Teacher“. Im Falle von Trillian zeigt sich das nur comichaft auf dem Cover zu Ihrer so benannten Scheibe. Irgendwo zwischen Alternative-, Post- und Indierock ist die Band auch dem Pop nicht abgewandt. „Creature Teacher“ zelebriert diese Stilwanderung zwar etwas holprig, weis nach dem durchwachsenen Opener „Periscopes Trial“ mit dem 90s Alternativerocker „Whereabouts“ temporeich zu punkten. Sänger Ramon Zarges setzt sein Organ zielgerichtet auf die Refrains, welche fortan ohrwurmtauglich bleiben. Etwas Incubus bei „Kat´s Advice“, Gigantomanie mit Wahn beim wuchtigen „Obelisque“ oder purer Gitarrenfuzzzauber beim kurzweiligen „Izquierda“. So beackert die Band erfolgreich die letzten 20 Jahre Rockmusik und lässt Ihr Album mit zwei gewaltigen Epen enden. Darunter „The Lunatics“, ein Titel der einer Evolution gleich, den Hörer auf alle viere zwingt um ihn dann auf zwei Beinen gen Himmel streben zu lassen. „Creature Teacher“ ist ein starkes Rockmusikalbum, das mit etwas Feinschliff und mehr Straightness sogar noch mehr sein könnte. Für uns Menschen reicht „Creature Teacher“ allemal und was die Viecher gern hören wollen, werden wir eh nie erfahren. markus rote raupe fanzine
Gott sei dank, es gibt sie noch! Die Rede ist von Alben, die dich beim ersten Hören direkt an die vielen guten deutschen Indie-Pop-Bands der Jahrtausendwende erinnern. An diese gewisse Leichtigkeit des Pops. Trillian aus Halle machen Indie-Noise-Pop, der bereits nach den ersten Minuten verrät, dass hier Könner am Werk sind, die ihre Instrumente bemerkenswert gut beherrschen. Eine Seltenheit in der Zeit, wo sich doch jeder Zweite, der einen Akkord auf der Gitarre fehlerfrei spielen kann, Musiker nennt. Die Vier haben keine Angst vor dem unbeliebten Wort "Pop", was ihnen jede Menge Sympathiepunkte einbringt. Überraschende Momente gibt es ab dem zweiten Teil der Platte, wenn plötzlich Biffy Clyro'eske Songstrukturen auftauchen, etwas sperrig, etwas vertrackt aber immer genau auf den Punkt. So muss Pop im Jahre 2011 klingen. Text: Sarah Gulinski uncle*sally`s
Als ich gerade "Creature Teacher" von Trillian gehört habe, war ich doch recht überrascht, dass diese Band noch nicht größer rausgekommen ist. Perfekt produziert/gemixt/ gemasterter Sound trifft auf perfektes musikalisches Können. Man bewegt sich dazu noch in außergewöhnlichen Taktarten, origineller Umsetzung und schreckt vor abwechslungsreichen Arrangements nicht zurück. Neben klassischen Indiepop-Songs ("Periscopes Trials"), tönt es auch mal recht sensibel durch die Boxen ("Brandon Paints The Sea"). Die Krone sind hier allerdings die zwei sperrigen Tracks am Schluss, die beide die 7-Minuten-Marke übersteigen. Kurzum: Trillian werden in den nächsten Jahren ein paar Szenegrößen supporten. Dann werden sie selbst nachmittgs auf ein paar etablierten Festivals spielen. Mit ein wenig Glück und genug Durchhaltevermögen könnte das mit dieser Band dann was richtig Gescheites werden! Gönnen würde man es ihnen - denn da stecken sehr gute Musiker dahinter. Kabl 10/2011
Der Mensch als die Krone der Schöpfung – als der „Creature Teacher“. Im Falle von Trillian zeigt sich das nur comichaft auf dem Cover zu Ihrer so benannten Scheibe. Irgendwo zwischen Alternative-, Post- und Indierock ist die Band auch dem Pop nicht abgewandt. „Creature Teacher“ zelebriert diese Stilwanderung zwar etwas holprig, weis nach dem durchwachsenen Opener „Periscopes Trial“ mit dem 90s Alternativerocker „Whereabouts“ temporeich zu punkten. Sänger Ramon Zarges setzt sein Organ zielgerichtet auf die Refrains, welche fortan ohrwurmtauglich bleiben. Etwas Incubus bei „Kat´s Advice“, Gigantomanie mit Wahn beim wuchtigen „Obelisque“ oder purer Gitarrenfuzzzauber beim kurzweiligen „Izquierda“. So beackert die Band erfolgreich die letzten 20 Jahre Rockmusik und lässt Ihr Album mit zwei gewaltigen Epen enden. Darunter „The Lunatics“, ein Titel der einer Evolution gleich, den Hörer auf alle viere zwingt um ihn dann auf zwei Beinen gen Himmel streben zu lassen. „Creature Teacher“ ist ein starkes Rockmusikalbum, das mit etwas Feinschliff und mehr Straightness sogar noch mehr sein könnte. Für uns Menschen reicht „Creature Teacher“ allemal und was die Viecher gern hören wollen, werden wir eh nie erfahren. markus rote raupe fanzine
Gott sei dank, es gibt sie noch! Die Rede ist von Alben, die dich beim ersten Hören direkt an die vielen guten deutschen Indie-Pop-Bands der Jahrtausendwende erinnern. An diese gewisse Leichtigkeit des Pops. Trillian aus Halle machen Indie-Noise-Pop, der bereits nach den ersten Minuten verrät, dass hier Könner am Werk sind, die ihre Instrumente bemerkenswert gut beherrschen. Eine Seltenheit in der Zeit, wo sich doch jeder Zweite, der einen Akkord auf der Gitarre fehlerfrei spielen kann, Musiker nennt. Die Vier haben keine Angst vor dem unbeliebten Wort "Pop", was ihnen jede Menge Sympathiepunkte einbringt. Überraschende Momente gibt es ab dem zweiten Teil der Platte, wenn plötzlich Biffy Clyro'eske Songstrukturen auftauchen, etwas sperrig, etwas vertrackt aber immer genau auf den Punkt. So muss Pop im Jahre 2011 klingen. Text: Sarah Gulinski uncle*sally`s